Aus der Geschichte des Vereins

Die Bevölkerungszahl Altenbekens hatte sich 1898, gefördert durch den neuen Wirtschaftsfaktor Eisenbahn, von 1090 im Jahre 1858 auf ca. 1950 Einwohner erhöht, als sich am 3. Juli 1898 mehrere Herren, vornehmlich Eisenbahner, aus Altenbeken und Paderborn im Daumschen Saale des Teutoburger Hofes einfanden und unter Vorsitz des Lokführers Remhof den Turnverein Altenbeken gegründeten.

Den Zielen des Turnvaters Friedrich Ludwig Jahn entsprechend war Zweck des Vereins, die körperliche und geistige Bildung seiner Mitglieder durch gemeinsame Turnübungen und gegensei­tige Belehrung sowie die Liebe zum Vaterland zu fordern. So trug der erste Stem­pel des Vereins die vier "F" für "Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei". Von politischen und religiösen Bestrebungen hielt sich der Verein fern. Dank der regen Tätigkeit des 1. Vorsitzenden waren sehr bald Turngeräte, Reck und Barren, und auch eine Vereinsfahne angeschafft worden. Der Sportbetrieb konnte bereits im folgenden Jahr aufgenommen werden. Der große Raum im Teutoburger Hof, der gleichzeitig Vereinslokal war, diente als Turnsaal.

Als am 2. Oktober 1898 das Gründungsfest gefeiert wurde, zählte der TV 98 bereits 90 Mit­glieder. Der Verein erlebte bis 1904 einen glänzenden Aufschwung. Durch Versetzung einiger Eisenbahnturner ruhte der Turnbetrieb, die Mitglieder verloren ihr In­teresse am Verein, speziell am Turnen. Es kam zwar nicht zur Vereinsauflösung, aber der Ver­ein existierte nur noch auf dem Papier.
Am 11. Oktober 1908 trafen sich einige ältere Turner, um über die Wiederaufnahme des Turn­betriebs und über die Weiterführung des Vereins zu beraten. In der Generalversammlung am 30. Oktober wurde folgender Vorstand gewählt: 1. Vorsitzender Wilhelm Brüntrup, Theodor Kleine Kassenwart, Karl Gründer Schriftwart, Theodor Jäger Turnwart und Fritz Nied Gerätewart. Die Mitglieder versprachen einander, alles zu tun, um den Verein in jeder Weise zu unterstützen und wieder auf die Höhe zu bringen.

Die Turngeräte wurden von jungen Mitgliedern überholt, und ein neuer Kasten wurde vom Turn­bruder Hillebrand gegen Erstattung der Materialkosten angefertigt. Der Turnbetrieb konnte nun wieder aufgenommen werden.
Die Zahl der Turnbrüder nahm so stark zu, daß nun in dem größeren Saal des Gastwirtes Hoeschen geturnt werden musste. Da auch die Jugendlichen großes Interesse am Turnen hatten, wurde 1909 eine Jugendabteilung gegründet. Später wird auch eine Damenabteilung gebildet. Die erste Satzung wurde 1909 gedruckt und Mitgliederausweise wurden ausgestellt. Die gerichtliche Eintragung des Vereins erfolgte 1911.

Am 2. September 1911 wurde Amtmann Mersmann aus Bad Lippspringe erstes Ehrenmitglied des Vereins. Er hatte sich beim Regierungspräsidenten für die Unterstützung des Turnsports im gesamten Amt eingesetzt, wodurch auch der TV 98 Mittel zur Sportförderung erhalten hatte.
Die Turner beteiligten sich an allen Turnfesten und Turnwettkämp­fen unseres Turnkreises. Die Austragungsorte erreichten die Teil­nehmer nicht wie heute mit dem Auto sondern zu Fuß, mit dem Fahr­rad oder mit der Eisenbahn. Zum Gaufest in Bad Lippspringe benutzten die Tumbrüder im Juni 1911 sogar einen Leiterwagen.

Beim ersten Schauturnen anlässlich des Gaufestes 1909 in Steinheim werden Theodor Jäger mit 130 und Josef Klaes mit 108 Punkten Sieger. Auch beim Bezirksturnfest in Lügde am 8. August desselben Jahres stellt der Turnverein einige Sieger. Auf Antrag von Lehrer Altrogge wurde 1910 beschlossen, eine Ballspielabteilung zu gründen und einen Schleuderball anzu­schaffen. Erstmals nahm 1913 eine Abordnung am Deut­schen Turnfest in Leipzig teil!. Als Eisenbahner hatten die Mitglieder zwar verbilligte Fahrprei­se, aber für Unterbringung und Verpflegung wurde ihnen ein Vereinszuschuss von 30 Mark bewilligt. Ob das Deutsche Turnfest später in Köln, Stutt­gart oder irgendwo in Deutschland stattfand, ei­ne Abordnung des TV 98 nahm daran teil. Die Turner nahmen regelmäßig an den Gau - Turnwettkämpfen und den Turnveranstaltungen anderer Vereine wie z.b. in Bad Driburg, Bad Lippspringe, Detmold, Lügde, Paderborn (TV Jahn) oder Steinheim teil und errangen dort Siegerplätze oder Siegerkränze. Der Kontakt zu den anderen Vereinen wurde aber auch durch die regelmäßige Teilnahme an den Gautagen und den Treffen der Turnwarte gepflegt.

Aus Anlass des 25. Regierungsjubiläums Sr. Majestät Kaiser Wilhelm II. besuchten die Turner des TV Horst - Emscher am 14. Juni 1913 Altenbeken und wanderten unter Führung unserer Sportler zum Hermannsdenkmal. Neben dem Turnen wurde aber auch die Geselligkeit gepflegt. Außer den alljährlichen Stif­tungsfesten, zu denen die Turner in weißer Hose, mit Hut und Anstecknadel erscheinen mussten, wurden Theaterstücke aufgeführt. Die erste Theateraufführung am 3. Oktober 1909 erbrachte eine Einnahme von 63,80 M bei Aus­gaben von 64,55 M. Die Eintrittspreise betrugen für Mitglieder 40 Pf im I. Platz, 30 Pf im 2. Platz, Nichtmitg1ieder zahlten 60 bzw. 50 Pf. Fastnachtsfeiern bereicherten das Vereinsleben eben so wie die regelmäßig durchgeführten Götzwanderungen, die u.a. das Hermannsdenkmal, Siebenstern, Neuenheerse oder die Iburg zum Ziel hatten. Anläßlich der Wanderung zu den Exernsteinen erhielten die Zöglinge (Jugendlichen) in Kohlstadt Kaffee.
Die Rekruten wurden feierlich verabschiedet und erhielten a1s Abschiedsgeschenk eine Pfeife.

1921 schafft der Verein unter Vorsitz von Lehrer Altrogge auf Antrag des Turnbruders August Frense, der lange Jahre Spielwart des Vereins war, für 125 M Fußbälle an. Noch in die­sem Jahr wurde von dem Landwirt Driller eine Wiese auf dem Wienacken als Spielplatz für den Fußball gepachtet. Die Gemeinde Altenbeken pachtete am 2. Juni 1925 neben einer Flache der Katholischen Kir­chengemeinde von 5396 m2, der Pachtpreis betrug jährlich 3 Zentner Roggen, auch noch einen Teil der  benachbarten Fläche des Landwirts Driller von etwa gleicher Größe im Kuhlborn zur Errichtung eines Gemeindesportplatzes, der allen Vereinen zu deren Zwecken unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden sollte.
Zur Herstellung waren zunächst nur verhältnismäßig geringe Erdbewegungen zur Verlegung von Entwässerungsrohren für den vorhandenen Kuhlbornbach erforderlich. Im Verein wuchs der Wunsch nach einer eigenen Sporthalle. Ein erster Schritt zur Verwirk1i­chung gelang, als der Verein am 16. Juli 1924 von dem Landwirt Vetter eine Fläche (Turnplatz ) zum Preis von 8000 Mark erwerben konnte. Der Zugang erfolgte über eine von den Sportlern neu erstellte Brücke über die Beke von der heu­tigen Adenauerstr., denn die Christian-Schütze-Str. gab es noch nicht. Die Fläche wurde nach der Verrohrung eines Grabens zunächst als Spiel- und Turnflache genutzt und am 8. August 1926 eingeweiht. Nach dem Festmarsch, begleitet von der Musikgruppe des Vereins mit Trommeln und Pfeifen, bestand das Programm aus Freiübungen, Staffelläufen, Kürturnen, Faust - und Fußballspielen. Zur Finanzierung einer Turnhalle mit Turnerbleibe in Altenbeken wurden bereits in den zwanziger Jahren Bausteine verkauft. Dieses große Projekt ließ sich jedoch nicht fi­nanzieren. Nach der Kündigung des Turnsaales 1932 durch den Wirt Hoeschen, der befürchte­te, daß durch die Befestigungen der Turngeräte der Fußboden Schaden nehmen könnte, wurde­ der Bau einer Turnhalle noch notwendiger. Die Turner wechselten in das Jugendheim. Nachdem Turnbruder Heggemann über den Stand der Vorarbeiten berichtet hatte, bildete der Turnverein einen Bauausschuß, der aus dem Vorsitzenden Karl Gründer und den Mitgliedern Hüsken, Ikenberg, Knackstedt, Konrad Plass und Heggemann bestand.

Idealismus und Fleiß der Vereinsmitglieder ließ diese Halle in nur wenigen Monaten entstehen., die bereits am 25. September 1932 eingeweiht werden konnte. Vielen wird die Turnhalle an der Melmeke noch bekannt sein. Leider verstarb der langjährige Vorsitzende Brüntrup im Frühjahr und erlebte die Verwirklichung seines Herzenswunsches nicht mehr. Von nun an hatte das Tur­nen und der gesamte Verein einen Aufschwung zu ver­zeichnen, so daß er sich zum größten weltlichen Verein des Ortes ent­wickelte.Es gab kein Turn- oder Sportfest im ostwestfälischen Turngau oder Lip­perland, an dem die Sport­ler des TV 98 nicht teilnahmen und siegreich heimkehrten. Beim Gau- Sport- und Spielfest, das am 7. Juli 1930 auf dem Gemeindes­portplatz in Altenbeken unter Beteiligung von 320 Turnern ausgetragen wurde, errangen die Turner des Turnvereins 17 Siege. Namentlich werden in der Chronik der 33. Platz von Ernst Hüsken im 5- Kampf beim Kreisturn­fest 1930 in Hamm und die Sieger Hugo Mül­1er, Volmari, Gröne, Becker, Baurichter, Hoeschen und Blume beim Reichsverfassungs- und Reichsjugendfest am 10. August 1931 erwähnt.


1923 wurde die Deutsche Jugendkraft "Hellas" Altenbeken gegründet. Die DJK war die Sport­abteilung der katholischen Vereine. Neben Tur­nen und Leichtath1etik wurde Fußball die Hauptsportart dieses Vereins.
Der Fußballsport fand sehr rasch begeisterte Anhänger, was sich bis zum heutigen Tag er­halten hat. Die Fußballmannschaft entwickelte sich sehr schnell positiv und errang 1929 den Titel des Gaumeisters. Von nun an konkurrierten beide Vereine, und es kam zu wechselnden Übertritten. Der Vereins­austritt wird durch den Beschluß von § 29 in der Satzung neu geregelt:  „Der Austritt steht jedem Mitg1ied frei. Der Austretende hat sich beim I. Vorsitzenden abzumelden. Der Austretende hat den rückständigen Beitrag und einen Jahresbeitrag wie selbiger festge1egt ist, im Voraus zu zah­len. Mit dem Tage der schriftlichen Abmeldung erlöschen die Rechte und Pflichten desselben. Bei Sterbefall und Verzug vom Orte hört die Vorauszahlung auf “.

Der Turnverein, dessen Hauptsportart immer noch das Turnen war, gab die Fußballabteilung auf und gründete eine Handballabtei1ung. Die Handballmannschaft belegte bereits 1930 den 3. Tabellenplatz. 1930 und 1931 gewann sie die Gaumeisterschaft gegen stärkste Konkurrenz. Ihr größter Sieg gelang jedoch am 29. Mai 1932 mit einem 7 :4 Sieg in einem technisch überle­genen Spiel gegen den damaligen Mitteldeut­schen Meister "Polizei Braunschweig".
Die Sportler des TV 98 beteiligten sich auch an den regelmäßig durchgeführten Waldläufen. Das beste Ergebnis erzielt Paul Gröne mit einem 4. Platz im Jahre 1930.

Nach dem Bezirkjugendtreffen am 5. März 1933 stellte der Vorsitzende Karl Gründer in der Ver­sammlung am 18. April fest: "Ein neuer Geist geht durch Deutschland". Die traditionellen Früh­jahrswettkämpfe mussten zurückgestellt werden, und der Festball am 1. Mai musste ausfallen, weil die "Nationalen Verbände" diesen Tag mit Musik feierten. Man entschloß sich, am Festumzug jedoch teilzunehmen.

Am 14. Mai fand eine außerordentliche Generalversammlung statt, weil der Vorstand nach ei­nem Treffen aller Vorsitzenden des Ostwestflälischen Turngaus mit dem Gauturnwart zurückge­treten war. Der bisherige Vorsitzende Karl Gründer erläuterte den Anwesenden die Hintergrün­de des Vorstandsrücktritts. Zum neuen "Führer des Vereins", so die neue Bezeichnung für den Vorsitzenden, wählten die Turnbrüder den 1927 wegen seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzen ernannten Turnbruder Altrogge. Zum Vereinskassierer wurde Franz Claes als Nachfolger des langjährigen Turnbruders Ikenberg gewählt. Die Fachwarte behielten einstweilen ihre Posten. Anschließend gab Turnbruder Altrogge die neuen Richtlinien für die Turnarbeit im Deutschen Turnerbund im Sinne des Reichssportkommissars bekannt, die die Einführung des Wehrsports vorsahen. So hatten Jugendliche von 18 - 21 Jahren ein Pflichtturnjahr abzuleisten, in dem hauptsächlich Geländesport, Wanderungen, Gepäckmärsche und Kleinkaliberschießen vorge­sehen waren.


Statt wie sonst die Versammlung mit einem Turnerlied zu beenden, gab der neue Vereinsführer seiner Hoffnung Ausdruck, "das auch im nationalen Deutschland die Arbeit der Turner im Sin­ne des Turnvaters Jahn zum Wohle des Volkes geleistet werde". Als die DJK Hellas 1934 verboten wurde, fand am 20. Januar eine gemeinsame Versammlung der beiden Altenbekener Sportvereine im Jugendheim statt. Nachdem Konrektor Altrogge nach der Begrüßung die Vorteile eines Zusammenschlusses der beiden Vereine dargelegt hatte, erklärte Vikar Aufenanger, "er befürworte an und für sich den Zusammenschluß der sporttreibenden Jugend, könne der Auflösung der DJK nicht ganz zustimmen". Ais sich jedoch der DJK­ Sportwart Franz Dreier für einen Beitritt zum Turnverein aussprach, traten alle 18 anwesenden Mitglieder einstimmig dem TV 98 bei. Tumbruder Josef Hüsken schlug vor, dem neuen Verein den Namen TuS 1898 Altenbeken zu geben. In die ausgelegte Liste trugen sich alle 44 Anwesenden als Mitglieder des TuS 98 ein. Nach dem gemeinsamen Lied "Wenn wir schreiten Seit an Seit" wurde Herr Altrogge zum "Leiter des Vereins" gewählt. Die Spielwarte wurden gebeten, die Pflichtspiele sofort wieder auf­zunehmen. Die Sportgeräte im Jugendheim wurden vorläufig in der Turnhalle aufgestellt. Die Mitgliedsbeiträge wurden auf 3,60 M für Mitglieder über 18 Jahren, 1,80 M für Jugendliche von 14 - 18 Jahren und 1,20 M für Schüler unter 14 Jahren festgelegt.


Große Begeisterung kam im neuen Verein nicht auf. Der Verein wurde bald als staatsfeindlich eingestuft und auch so behandelt, weil sich nur wenige Mitglieder für den SA - Sport erwärmen konnten. Der Verein geriet in finanzielle Schwierigkeiten und konnte seine finanziellen Verpflichtungen aus dem Turnhallenbau nicht mehr erfüllen und bat die Gemeinde Altenbeken um Übernahme der Turnhalle und des Spielplatzes. Die vorhandenen Turngeräte gingen in das Ei­gentum der Kath. Volksschule über. Durch Reichsarbeitsdienst, Wehrpflicht, Krieg und Abkommandie­rung von Eisenbahnern in die besetzten Gebiete konnte der organi­sierte Spiel- und Turnbetrieb nicht mehr aufrecht erhalten werden und ruhte bis Kriegsende. Aber die fußballbegeisterten Jugendlichen ließen sich bis 1942 nicht von ihrem Sport abhalten und trugen Freundschaftsspiele unorgani­siert gegen Jugendmannschaften aus Herste, Bad Driburg, Salzkot­ten, Sandebeck und Schwaney aus.
Als die alliierte Militärregierung die Deutsche Sportbewegung Ende Juli 1945 genehmigt hatte, sah es der letzte Werbewart des alten Turnvereins, Josef Hüsken, als seine Aufgabe und Pflicht an, den durch den Krieg zersplitterten Verein zu neuem Leben zu erwecken.

Am 15. August wurde der Sportring Paderborn ins Leben gerufen, dem sich der TuS Altenbe­ken als Mitgliedsverein am 26. August anschloß. Alle bisherigen Vereinsführer hatten laut Verfügung des Sportrings ihre Ämter niederzule­gen. Da nur solche Personen die Führung des Vereins übernehmen durften, die der NSDAP und ihren Gliederungen nicht angehört hatten, gewann er die alten Turnvereinsmitglieder Karl Grün­der und Richard Kose für die Sache. Bei der ersten Versammlung am 19. September trugen sich 61 Sportler als Mitglieder ein und wählten Karl Gründer zum Vorsitzenden. Sein Stellvertreter wurde Richard Kose.
An dieser Stelle muss besonders betont werden, "dass gerade diese beiden über 60 Jahre alten Herren durch Hergabe ihrer Namen und ihrer Persönlichkeit dazu beigetragen haben, dem Ver­ein Respekt und Ansehen unter den Mitgliedern und in der Öffentlichkeit zu verleihen". Bevor am 16. September das erste Fußballspiel gegen "Tura" Schwarz-Weiß Elsen ausgetragen werden konnte, wurde der inzwischen verwahrloste und mit Gras zugewachsene Sportplatz hergerichtet und die beschädigten Tore erneuert. Das Spiel ging mit 7:2 verloren. Der TuS spielte in den Vereinsfarben rot und weiß, den Traditionsfarben der DJK, in folgender Aufstellung:

Im Tor: Ulrich Kose; in der Abwehr: Volkhausen und Sievert; im Mittelfeld: Michalowitz, Franz Koch, Josef Tegtmeier, im Sturm: Lachenicht, Johannes Allroggen, Heinrich Tegtmeier, Lübbemeier und Kurt Kose.

Zur Fußballmannschaft der ersten Nachkriegszeit gehörten u.a. auch: Ferdi Böger, Franz Dreier, Josef Hüsken, Franz Kurze, Franz Niggemeier, Bruno Rosch und Christian Simon.

Die Fußballmannschaft trug bereits in diesem Jahr noch 6 Freundschaftsspiele und 6 Meister­schaftsspiele aus. Das Freundschaftsspiel gegen eine englische Soldatenmannschaft am 20. Ja­nuar 1946 wurde 0:4 verloren.
Die Handballmannschaft siegte dagegen in ihrem ersten Spiel beim TV Bad Lippspringe 4: 1. Spieler in der ersten Nachkriegszeit waren u.a.: Paul Allroggen, Paul Dunsche, Wilhelm Eilert, Wilhelm Ernst ( später Bürgermeister ), Johannes Göke ( später Handballfachwart ), Franz Haase, Rudolf Kambach, Paul Klaes, Franz Koch, Hermann Lendeckel, Franz Mertens, Her­mann Michalowitz, Christian Schnelle, August Schulze, Wilhelm Siefert, Johannes Sondermann, Josef Tegtmeier, August Tewes, Heinrich Volmari und Franz Voß.

Der Verein schloß sich am 7. Februar 1947 der Reichsbahn - Sportgemeinschaft an, die später in Gemeinschaft der Eisenbahn - Sportvereine, ESV, umbenannt wurde.
Zur Feier des 50. Vereinsjubiläums vom 4. bis ­12. September 1948 war die RSG Bielefeld Gast in Altenbeken. Spannende Spiele im Fußball, die 1. Mannschaft, Jugend und Alte Herren, wie im Handball und Tischtennis be­geisterten das Publikum, wobei die Tischten­nis-Abteilung erstmals in der Öffentlichkeit auftrat. Die neu gegründete Schachabteilung trug ihre Altenbekener Meisterschaft aus. Durch die zunehmende Sportbegeisterung wuchs der Verein auf 145 Mitglieder.
Nachdem die durch den Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogene Turnhalle repariert worden war, konnten die Turner mit ihrem Sport wieder beginnen. Auch die Schule nutzte sie für den Sportunterricht. Die Tischtennis-Abteilung, die bisher in den Gaststätten des Ortes nur an einer Platte spielen konnte, fand nun gute Trainingsmöglichkeiten vor, was ihr sehr viel Zulauf brachte. Durch in­tensive Nachwuchsarbeit spielte die 1. Herrenmannschaft über lange Jahre in der Bezirksklas­se, in die sie bereits nach der 2. Saison aufgestiegen war.
Zu Auswärtsspielen nach Büren, Anröchte, Brilon, Gütersloh und Wiedenbrück fuhren die Spie­ler auf einem offenen LKW mit Holzvergaser. Die Leichtathletikabteilung veranstaltete regelmäßig Einzel- und Mehrkampfmeisterschaften, setzte die tra­ditionsreichen Waldläufe fort und nahm an Kreis- und Landes- Wettkämpfen teil. 1952 wurde in Altenbeken der Olympialauf durchgeführt. Seit einigen Jahren beschränken sich die leichtathleti­schen Aktivitäten auf das Training und die Abnahme für das Deutsche Sportabzeichen.

Die 1. Mannschaft der Fußballabteilung stieg 1951 nach dem Gewinn der Kreismeisterschaft und einem 2. Platz in der Aufstiegsrunde in die Bezirksklasse auf, konnte sich in der folgenden Saison jedoch nicht in der Klasse halten. Ein Wiederaufstieg als Zweitplazierter 1953 scheiterte ebenso wie beim Tabellenersten am fehlenden Geld. Die defekte Drainage des Sportplatzes hatte zu einer Überflutung des Platzes geführt. Zur Wie­derherstellung des Platzes, die durch Eigenleistung und auf eigene Kosten durchgeführt wurde, musste ein Totodarlehen von 2500 DM aufgenommen werden, obwohl das benötigte Baumate­rial, 100 t Kohlasche und Steine, von der Bahn kostenlos zur Verfügung gestellt worden waren. Der langjährige Vorsitzende Franz Hoischen war am Ziel seiner langjährigen Bemühungen, als Bürgermeister Menne, der schon dem TV 98 angehört hatte, den Beschluß des Gemeindera­tes bekannt gab, 1956 einen neuen Sportplatzes mit Sportheim bauen zu wollen. Für die Spiel­saison 1956/57 pachtete der TuS 98 einen Teil von Hindahl's Wiese (heute Vorplatz des Hal­lenbades einschließlich der Parkplatzflächen ) und richtete dort vorübergehend den Sportplatz ein. Im Vereinsprotokoll ist zu lesen: "Dieser Platz, der an sich schon einen sumpfigen Un­tergrund hatte, ähnelte vom Herbst 1956 bis Frühjahr 1957 einem Schlammbad. Daß trotzdem alle Spieler Sonntag für Sonntag ihren Mann standen und schöne Erfolge errangen, ist ein Be­weis für den Sportsgeist und die Kameradschaft in unseren Reihen".


Aber die Bewährungsprobe wurde noch verlängert, als der Verpächter den Pachtvertrag zum 1. April 1957 kündigte, und alle 5 Mannschaften der Handball- und Fußballabteilung bis zur pro­visorischen Fertigstellung im Herbst Sonntag für Sonntag Auswärtsspiele hatten.
Die Handballer erfuhren die sportliche Unterstützung des TSV Buke und die Fußballer die der SV Victoria Neuenbeken, denn sie durften deren Sportplätze benutzen. Verbunden mit der Platzeinweihung am 10. August 1958 wurde das 60. Vereinsjubiläum ge­meinsam mit dem 50. Jubiläum des Männergesangvereins gefeiert.

Auch wenn in den Vorjahren mancher Pokalsieg und gute Platzierungen in der Meisterschaft errungen werden konnten, so zahlte sich die langfristig angelegte Jugendarbeit 1958 durch den Gewinn der Kreismeisterschaft im Feld­handball verbunden mit dem Aufstieg in die Landesliga, wenn auch nur für ein Jahr, und dem Gewinn der Kreismeisterschaft im Hallenhandball aus.
Ähnlich erfolgreich verlief das Jahr 1960. Mit dem Gewinn der Kreismeisterschaft im Feld­handball gelang der 1. Mannschaft 1960 der Aufstieg in die Bezirksliga, wahrend die A-Jugend die Kreismeisterschaften im Feld- und Hallenhandball gewann.

Als sich die Gemeinde 1958 entschlossen hat­te, die Turnhalle zur Industrieansiedlung zu nut­zen, stand allen Abteilungen als Alternative nur noch der nur 84 m2 große Gymnastikraum der Kath. Volksschule zur Verfügung. Die kaum noch vorhandenen Trainingsmöglichkeiten hatten sehr rasch sportliche Mißer­folge bei der Handball- und Tischtennis-Abtei­lung zur Folge. Nur durch den großen Einsatz der Abteilungs­leiter konnte die Auflösung der Tischtennis-Ab­teilung verhindert werden.


Waren der Gewinn des Bezirkspokals der Ei­senbahner-Sportvereine 1959 und der 2. Platz 1962 ganz besondere Erfolge, so wurde die in­tensive Nachwuchsarbeit der Fußballabteilung erst 1965 mit dem Gewinn der Kreismeister­schaft und dem Aufstieg der 1. Mannschaft in die Bezirksklasse belohnt, der sie mit einjähriger Unterbrechung 1967/68 bis 1972 angehört. Leider mußte die 1. Fußballmannschaft, die fast ausnahmslos in der I. Kreisklasse spielte, 1991 den Abstieg in die 2. Kreisklasse hinneh­men.


Nachdem man in den letzten Jahren mehrfach knapp gescheitert war, konnte der Aufstieg in die 1. Kreisklasse erst jetzt in unserem Ju­biläumsjahr gefeiert werden.
Als die neue Schulsporthalle 1972 eingeweiht worden war, sprang die Mitgliederzahl der Tischtennis-Abteilung innerhalb weniger Mo­nate von 24 auf 127! Der Zustrom der Jugendli­chen war so groß, daß zwei Schüler-, und je ei­ne Schülerinnen- und Jugendmannschaft gemeldet werden mußten. Zusätzlich wurde ei­ne Damenmannschaft gegründet, die bereits 1974 den Aufstieg in die Bezirksklasse schaffte. Der wohl größte Erfolg der Abteilung erzielten die Schülerinnen Andrea Brockmann und Lud­gera Simon mit einem 2.Platz bei den Westdeutschen Tischtennismeisterschaften im Mann­schaftswettbewerb 1974.

Im Juni 1972 wurde die Gymnastikabteilung für Damen neu gegründet, weil ca. 50 Damen je­den Montagabend Sport treiben wollten.
Nach dem Aufstieg der ersten Handballmannschaft in die neu geschaffene Lippe-Liga musste sie ihre Meisterschaftsspiel in Bad Driburg austragen, weil das Spielfeld der Schulsporthalle die für diese Spielklasse geforderten Maße nicht erfüllte. Seit Einweihung der Eggelandhalle 1982 konnten die Spiele wieder in Altenbeken ausgetragen werden.

Ein vom Verein bereits seit 1982 verfolgtes Ziel, den gesamten Umkleidebereich des Sport­heims zu erweitern und einschließlich der Hei­zung völlig zu erneuern, konnte in Eigenlei­stung und Finanzierung durch die Gemeinde 1987/88 realisiert werden. Zur gleichen Zeit erfolgte der Umbau des Sportplatzes durch die Gemeinde, so daß die Fußballabteilung den gesamten Trainings- und Spielbetrieb auf den Sportplatz in Buke verlagern mußte.


Als die Wohnung des Platzwartes im Sportheim nicht mehr benötigt wurde, konnte sie 1994/95 von Sportlern zum Mannschaftsbesprechungsraum umgebaut werden.
Nachdem die neue Doppelturnhalle, die die am 14. Juli 1995 eingestürzte Schulsporthalle er­setzt, am 16. November eingeweiht worden war, hat sich eine weitere Sportgruppe, Eltern- und Kindturnen, gebildet. Im Jahre 2009 konnte der neue Kunstrasenplatz, der den alten Tennen-(Asche-) Platz ersetzt, eingeweiht werden. Viele helfende Hände trugen dazu bei, dass die geforderte Eigenleistung erbracht und ein neues, freundliches Umfeld im Stadion „Am Kuhlborn“ geschaffen werden konnte.

Der Verein besteht zum Jahresbeginn 2010 aus ca. 770 Mitgliedern, davon 545 männliche und 225 weibliche. Hiervon stellen die Jugendlichen fast die Hälfte der Vereinsmitglieder.